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Wien

Rotarische Saison

Einzelinitiative gefragt? Kultur wird von Mitgliedern in Form von Gastfreundschaft, Konzerten und einem Kunstsalon offeriert

Heinrich Marchetti-Venier20.11.2015

Hosting, kulturelle Betreuung und herzlichen Clubkontakt für ausländische Gäste mit rotarischem Hintergrund zu vermitteln, diesen Gedanken hat sich Präs. Gobert Skribensky-Hriste (RC Wien-Stadtpark) mit Hilfe seines Clubs zur Aufgabe gemacht. Das Project "Stopover in Vienna 4 Business & Culture" basiert auf der Idee alter britischer Clubs, die Mitgliedern bei Terminen in London eine günstige Übernachtung boten, da eine Reise zurück aufs Land nicht immer am gleichen Tag zu machen war. Was früher mit der Coach oder Bahn bewältigt wurde, wird nun geflogen, sodass es sinnvoll erscheint dieses Angebot gerade im Sinne rotarischer Internationalität zu erweitern und die Reise zurück ins eigene Land auf längere Zeit zu verteilen. Deshalb besteht seit September die Möglichkeit ohne Kosten in einem Villenviertel in zwei Appartements Quartier zu beziehen (dafür erwartete Spenden wandern in den Sozialtopf des Clubs) und zu rotarischem Preis im Hotel Palais Pertschy (info@pertschy.comy.co ) zu wohnen. Weiters, Wien mit Ehrenmitglied Barbara Bennier kulturell betreut zu erkunden und Clubabende in freundschaftlicher Atmosphäre zu besuchen (Anmeldung: office@waltraud-brosz.at ).

 

Der Dirigent Martin Haselböck (RC Wien-Süd) hat die Idee periodisch vom Herbst bis in den Frühling, also während der Wiener Saison mit seinem Orchester der Wiener Akademie eigene rotarische Abonnement-Konzerte anzubieten. Sie werden seit September 2015 abgehalten und sind stets ausverkauft, wobei auch Spenden für soziale Zwecke angenommen werden. Die Einnahmen eines der Konzerte dienen unter dem Titel „Füreinander-Miteinander“ dem Wiener Roten Kreuz für die Versorgung von Menschen auf der Flucht. Die nächsten finden am 13. Dezember 2015, am 16. März und 31. Mai 2016 statt.

 

Dem Einfall, über moderne Kunst im nahezu privaten Rahmen informiert zu werden, sie zu erwerben und dadurch einem Sozialprojekt Mitteln zuführen, verhilft Michael Schmidt-Ott (RC Wien-West) zum Durchbruch. Er hat bereits mit moderner Kunst zwei Auktionen des RC Wien-West zugunsten des Caritas Hospiz am Rennweg erfolgreich abgeschlossen. Nun erfindet er den Begriff Challery, die Charity Gallery, und kann das Ehepaar Melitta Becker-Unger und Walter Unger (beide RC Fürstenfeld) gewinnen, ihren Wiener „Wohnsalon“, ein Möbelstudio zur Verfügung zu stellten. Dort werden seit April Diskussionen über „Quo vadis Kunstmarkt?“ oder „Kunstfälschungen“ geführt und von 50 Künstlern aus 12 Ländern gespendete, zeitgenössische Bilder bisher um über 20.000 Euro verkauft, deren Erlös bis Ende 2015 dem Ausbau des Hospiz dient.

 

 

Heinrich Marchetti-Venier

DDr. Heinrich Marchetti-Venier wurde in Oberösterreich geboren. Nach dem Abitur nahm er ein Studium des Lehramtes sowie der Geistes- und Naturwissenschaften an den Universitäten Salzburg auf, es folgten die Stationen, Wien, München, Bochum, Turin, Strasbourg und Washington. Anfangs Tätigkeit in der Raumordnung, später als Historiker und Privat-Gutachter sowie Autor. Er hatte lange Zeit das Amt des Distriktberichters für die österreichischen Distrikte D 1910 und 1920 inne. Heinrich Marchetti-Venier starb im November 2015.