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Kinder brauchen Hände

 - Kinder brauchen Hände
© Hildegunde Pioza-Katzer

Gesunde Hände sind ein Glück. Und wichtig für ein aktives Leben. Nicht alle Kinder haben dieses Glück. Aber Rotary versucht zu helfen.

Hubert Nowak01.12.2017

Kinder müssen lernen, die Welt zu begreifen. Sie machen das im wahrsten Sinne des Wortes. Sie müssen ihr Umfeld ertasten, ihr Feinmotorik entwickeln und lernen, ihr Leben in die Hand zu nehmen. Wenn sie es können. Dafür braucht es nämlich gesunde Hände.

Es kommt aber gar nicht so selten vor, dass Kinderhände von Geburt an deformiert sind, oder dass sich die Kleinen schon in frühen Jahren schwer verletzen. Vieles davon kann operativ korrigiert werden - wenn es den entsprechenden Zugang zu klinischer Versorgung gibt, was nicht in allen Ländern entsprechend unserem Standard der Fall ist. Denn mit schwer deformierten Händen können Menschen ein Leben lang nicht arbeiten, nicht schreiben oder kaum einen PC bedienen und sind dadurch auch nicht voll in die Gesellschaft integriert.

Hier setzt ein gemeinsames Projekt der Rotary Clubs St. Veit an der Glan und Berlin-Tiergarten an. 2013 wurde beschlossen, Kindern aus Nicht-EU-Ländern, wie Bosnien, Albanien, Moldawien und dem Kosovo entsprechende Versorgung angedeihen zu lassen. Mit Unterstützung der Clubs RC Lübeck, RC Klagenfurt-Wörthersee und RC Klagenfurt-Lindwurm wurde mittlerweile ein Budget von an die € 50.000,- aufgebracht, mit dem Ziel, zehn Kindern damit eine bessere Zukunft zu ermöglichen.

Als Chirurgin konnte Univ.Prof. Hildegunde Piza-Katzer gewonnen werden, die weltweit anerkannt ist und die mit spektakulären Operationen, wie der ersten erfolgreichen Handttransplantation, auch breites Aufsehen erregt hat. Kostenlos hat sie bisher acht 1Kinder erfolgreich operiert, zwei Kindern konnte ohne OP geholfen werden.

Viele Stellen helfen mit
Die Operationen erfolgen im Krankenhaus Bad Ischl. Die Kinder werden von der in Steyr beheimateten Ärztegruppe „Allianz für Kinder“ ausgewählt, das jeweilige Heimatland muss die Verantwortung für den Transport und die Betreuung übernehmen, aber Rotary trägt die Kosten für Transport, Betreuung in Österreich und die Nachbetreuung im Heimatland. Die Spitalskosten werden vom österreichischem Gesundheitssystem übernommen.

Einige Kinder werden im Rahmen dieser Konstruktion noch operiert werden können, dann ist das Projekt erfolgreich abgeschlossen, zehn Kinder haben neue, funktionsfähige Hände, können greifen, arbeiten und selbstbestimmt leben. Einmal mehr aber zeigt Rotary damit, was über Ländergrenzen hinweg geleistet werden kann, wie im Dienste der Menschlichkeit Leben verändert und verbessert werden kann.